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2.2 Historischer Hintergrund
 
Das “mutterlose, aber von vielen Vätern gezeugte Netz” (Benning et. al., 1999) hat seine Geburtsstunde irgendwann zwischen 1958 und dem Ende der 60er Jahre mit der Installation des sogenannten ARPANet zwischen vier Forschungseinrichtungen in Amerika. „Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen Sie nicht aus freien Stücken“ (Marx, 1852), so war es auch bei den Anfängen des Internets: Hauptmotivation waren militärische Interessen.
Nach und nach wurde das ARPANet immer umfangreicher, die einzelnen Rechner wurden an IMPs (Internet Message Processor) angeschlossen, die ersten beiden Dienste waren Telnet und FTP, das grundlegende Übertragungsprotokoll war das NTP (Network Transfer Protokoll). Es zeigte sich jedoch bald, dass das NTP den Anforderungen nicht mehr gewachsen war, deshalb erfanden Entwickler des ARPANet um 1980 ein neues Kommunikationsprotokoll TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol).
1983 wurde das ARPANet in zwei Teilnetze geteilt, ARPANet und MILNet, welches alle militärischen Einrichtungen verband.
1990 beschloß die ARPA das ARPANet Projekt einzustellen, weil die Kosten für Organisation und Pflege des Netzes sämtliche Rahmen sprengte. Das 1979 durch die NSF (National Science Foundation) ins Leben gerufene und mit dem ARPANet verbundene NFSNet übernahm viele Funktionen des ARPANet, die Zahl der angeschlossenen Netze wuchs und wuchs.

Das WWW wurde Anfang der Neunziger von Tim Berners-Lee am Schweizer Kernforschungszentrum (CERN) entwickelt. Das Ziel seines Projektes war es, den weltweit verstreuten CERN-Physikern den Informationsaustausch zu erleichtern. Er schlug die Anwendung von Hypertext-Technologien im Internet vor. Im Oktober 1990 präsentierte er zusammen mit seinem Kollegen Robert Gailliau ein detailliertes Konzept zur Umsetzung dieser Ideen und benannten das Projekt World Wide Web.

Weiters veröffentlichten Berners-Lee und Gailliau Spezifikationen für eine Beschreibungssprache für Hypertextdokumente im Internet (HTML), sowie für das notwendige Transportprotkoll HTTP.

Das WWW-Konzept wurde zu diesem Zeitpunkt als zukunftsweisend angesehen, denn das Problem des Internets war bis dahin die wenig benutzerfreundliche Darstellung der Inhalte auf den ASCII-basierenden WWW-Browsern. Die breite Öffentlichkeit konnte mit dieser Bedienungsoberfläche wenig anfangen, die Akzeptanz hielt sich logischerweise in Grenzen. Im September 1993 kam die für MS Windows geschriebene Version des NCSA-MOSAIC auf den Markt, welche schließlich zu einem Run auf das Internet führte.
In den darauf folgenden Jahren wurden nach und nach Usability und Software-ergonomische Aspekte der Browser-Oberflächen vielfach überarbeitet und aufgewertet.
Die erste Abbildung zeigt das rasante Wachstum des Internets in Österreich von 1996 bis zum Jahr 2001. Diese, vom AIM (Austrian Internet Monitor) erhobenen, repräsentativen Zahlen resultierten aus einer Befragung von 4500 Personen. Angaben in Prozent.

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Autor: sebastian udulutsch; Copyright: Sebastian Udulutsch; Publiziert von: sebastian udulutsch (sebastian)
factID: 115102.2 (...Archiv); Publiziert am 25 Nov. 2002 16:56
 
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