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3.3.2 URN - "Uniform Resource Locator"
 
Das Konzept der URN ermöglicht es, weltweit Internet-Quellen eindeutig zu bezeichnen. Die IETF definiert URN als „persitent indentifiers for information resources.“ (IETF, 2001)

Jedes Dokument erhält – analog zur ISBN – eine eindeutige Bezeichnung, den URN, welcher in einer Datenbank abgelegt wird.
Eine vergebene URN wird nicht mehr geändert, solange der Inhalt des Dokuments der gleiche bleibt. Eine bereits verwendete URN wird nicht einem anderen Dokument zugewiesen.

3.3.2.1 Datenbank
Sämtliche URN werden mit momentaner URL in einer Datenbank abgelegt. Eine URN selbst identifiziert das Dokument, beinhaltet aber noch keine Angaben über den Ort des Dokuments.
Die Datenbank speichert neben der URN und URL auch eine URC (Uniform Resource Characteristic) mit, welche Informationen wie Datenformat der Quelle, Größe, Aktualitätsstand und andere Angaben beinhaltet.
“All schemes for providing persistence, from PURLs to URNs, are based on the idea of mapping from arbitrary identifiers to true locations." (Caplan, 1998)
Wenn ein Dokument verschoben wird, ist es nicht notwendig, jeden einzelnen Verweis auf dieses Dokument (wie bei einer URL) zu ändern, die einmalige Änderung in der Datenbank reicht aus, um alle Verweise auf dieses Dokument bestehen zu lassen. In Abbildung 5 sind die beiden Verweismöglichkeiten visualisiert: die linke Grafik zeigt Verweise auf ein HTML-Dokument mittels URL, in der rechten Grafik erkennt man, dass sich sämtliche Verweise auf die URN beziehen. In diesem Fall wird mittels Resolving Mechanismus auf die URL weiter verwiesen.

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Abb.5: Mapping innerhalb der Datenbank

3.3.2.2 Resolving Mechanismus
Ähnlich der Namensauflösung des Internets, des Domain Name System brauchen URNs spezielle Server, welche die Namensauflösung der Ressourcen durchführen.
Der Resolving-Prozess, welcher die Vergabe, Verwaltung und Auflösung des Persistent Identifier beinhaltet, garantiert die automatische Zuordnung eines Dokumentes zu einer veränderten URL. Somit ist der dauerhafte und eindeutige Zugriff und auch die wissenschaftliche Referenzierbarkeit der Online-Quelle sicher gestellt. Voraussetzung ist, dass der URN-Besitzer seine URNs pflegt: Damit die URN immer gültig bleibt, muss die URL bei Bedarf manuell upgedatet werden.

3.3.2.3 Syntax einer URN

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Abb.6: Syntax einer URN

Der Syntax einer URN ist im RFC 2141 dokumentiert. (Siehe: Moats, 1997)
Den Präfix bildet der sogenannte Namespace Identifier, welcher mit Subnamespaces oder Sub-Präfixen wiederholbar für weitere Hierarchieebenen verfeinert werden kann. “The NID, which must be registered and approved by IETF to avoid duplication, ensures the global uniqueness of the identifier.” (National Library of Australia, 2001)
Der numerische oder alpha-numerische NSS kann jede Form annehmen, welche die „Naming Authority“ festlegt.

3.3.2.4 Status Quo und Resümee
Die IETF arbeitet seit 1996 an der Implementierung eines Standards, welcher die URL ablösen soll. Ein endgültiger Standard ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verabschiedet worden.
Projekte, die URNs bereits erfolgreich einsetzen, sind, unter vielen anderen das Projekt „Carmen" der Universität Oldenburg und das Projekt „Guichet Virtuell“ des Institut für Wirtschaft und Verwaltung der Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung in Bern .
Es gibt einzelne Projekte die auf dem URN-Konzept basieren: „Persistent URL“ und Inititative „Digital Object Identifier“ (DOI), welche im Folgenden beschrieben werden sollen.

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Autor: sebastian udulutsch; Copyright: Sebastian Udulutsch; Publiziert von: sebastian udulutsch (sebastian)
factID: 115110.3 (...Archiv); Publiziert am 25 Nov. 2002 18:25
 
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