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6 Zusammenfassung
 
Das Ziel dieser Arbeit war, ein funktionierendes TOP-System für das dauerhafte Verweisen auf online publizierte Dokumente im WWW zu konzipieren. Davon ausgehend, dass die bisherige Art und Weise des Verweisen auf online Dokumente mittels URL nicht zufriedenstellend funktioniert, soll es einer Zielgruppe möglich gemacht werden langfristig auf ein gewünschtes Dokument referenzieren zu können.

Das Prinzip des Hypertextes betrachtend, fällt schnell auf, dass neue Konzepte für einen zuverlässigen Zugang auf Internet-Ressourcen benötigt werden. Die URL verweist auf einen Ort im WWW, bezeichnet aber nicht das Dokument selbst. Wenn ein Dokument verschoben oder gelöscht wird kommt es zu Fehlermeldungen, den sogenannten „Error 404“-Meldungen.
Bestehende Konzepte, wie das von der Engineering Task Force entwickelte Konzept des „Uniform Ressource Name“, wollen diesen Misstand umgehen. Bis URNs die herkömmlichen URLs ersetzen und zum Internet-Standard wachsen, werden aber noch mehrere Jahre vergehen.
Realer ist bereits die Umsetzung der beiden, auf dem Konzept der URN basierenden Konzepte, des „Digital Object Identifier“ und der „Persistent URL“. Beide sind bereits im WWW bewährt, lösen aber nicht ein Hauptproblem: Man kann mittels Resolving Mechanismus immer zur aktuellen URL gelangen, sobald aber das Dokument, welches hinter dieser URL liegt, gelöscht wird, bringen URNs, PURLs und DOIs nichts mehr. Ein weiteres Problem bei diesen Konzepten ist, daß immer eine Person oder Institution sich um die Pflege der Identifier kümmern muss: Bei Bedarf muss die URL upgedatet werden.

Um das System entwickeln zu können, mußte eine geeignete Zielgruppe gefunden werden, die mit dem System letztendlich arbeiten soll. Die Zitierenden sind im Vergleich zu den Autoren die für das System interessantere Zielgruppe. Sie wollen zuverlässig und langfristig auf ein im WWW publiziertes Dokument anderer Autoren verweisen. Für Zitierende gibt es im Moment keine brauchbare Methode, um auf ein Dokument im Internet sicher und über einen längeren Zeitraum hinweg zu verweisen. Die verwendeten Behelfsstrategien stellen sich als unzureichen und zu aufwändig heraus.
Autoren haben die Möglichkeit, kostenfreie PURLs bei einem der PURL-Server zu generieren, was diese Zielgruppe auch in Bezug auf deren verwendeten Behelfsstrategien unattraktiver für die spätere Umsetzung des Systems macht.

Die im ersten Schritt des Konzepts zur Umsetzung erarbeiteten Anforderungen an das System konnten in den meisten Punkten konzeptionell erfüllt werden: Das System ist aus Benutzersicht leicht handhabbar, da der Benutzer lediglich die URL des HTML-Dokumentes bekanntgeben muß. Das Verweisen ist ebenfalls einfach, da von der Verwendung einer komplizierten Syntax abgesehen wurde. Die direkte Eingabe in einen Browser ist möglich, da HTTP-Protokolle mitgenutzt werden. Die factIDs werden schnell generiert, das HTML-Dokument wird nur in den File-Server kopiert.
Die Anforderungen aus technischer Sicht sind ebenfalls erfüllt: Die factID ist einzigartig und bleibt, wenn einmal vergeben, dauerhaft gültig. Das System an sich ist skalierbar, neue Medien können in Zukunft ebenfalls archiviert und zugänglich gemacht werden. Darüber hinaus ist das System zu anderen Systemen kompatibel.

Die auftauchenden Probleme konnten teilweise gelöst werden: Durch die Archivierung der Dokumente im HTML-Format ist das Archivierungsproblem gelöst. HTML bietet gute Konvertierungsmöglichkeiten in andere Formate und wird langfrsitig über frei verfügbare Browser darstellbar sein. Die Probleme Authentifizierung und Integrität können mit Hash-Werten und Verschlüsselung gelöst werden. Durch das Prinzip der digitalen Signatur können die Identität des Signators festgestellt, sowie die Integrität des Dokuments überprüft werden.

Das Thema Preisbildung jedoch bleibt ein kritischer Faktor. Für factline stellt sich die große Frage, ob das Sysystem sich selbst finanzieren muss, oder ob Dritte das System fördern sollen. Diese strategische Frage muss auf jeden Fall geklärt werden. Interessant wäre auch, Partnerschaften mit diversen Universitäten und Forschungseinrichtungen einzugehen, um topIDs im großen Rahmen zu verkaufen.
Der zweite kritische Punkt ist das Urheberrecht. Die derzeitige Lösung des Konzeptes sieht vor, dem Urheber die Verantwortung zu übergeben Urheber-, bzw. Verwertungsrechte abzuklären. In Zukunft ist es durch den Einsatz von digitalen Wasserzeichen denkbar, diese Probleme zu umgehen.



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Autor: sebastian udulutsch; Copyright: Sebastian Udulutsch; Publiziert von: sebastian udulutsch (sebastian)
factID: 115136.1; Publiziert am 21 Nov. 2002 14:09
 
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